Posts Tagged 2010

FAZ und die süt kardeşler > Milch, die 2.

Im Feuilleton der FAZ am 31.8.2010 las ich letztens über den Milch-Skandal in Österreich. Langsam kommt er auch in Deutschland an (wir berichteten). Wenn man den Artikel überfliegt, sieht es so aus, als ob Österreich mit den türkisch-deutsch beschrieben Milchtüten überflutet wird. Es sind nur die türkischen Supermärkte!!! – und das ist gut so!

Aber ich wollte noch auf den letzten Absatz eingehen:

In der Türkei jedenfalls ist Milch noch immer dicker als Blut: Nicht die genetische Abstammung eines Menschen ist entscheidend, sondern wie und mit welcher Geistesnahrung er aufgewachsen ist. „Blutsbrüder“ heißt deshalb im Türkischen auch „süt kardesler“ – „Milchbrüder“.

Blutsbrüder heißen auf Türkisch kan kardeşler und haben im Grunde nichts zu tun mit “Milchbrüder > süt kardeşler. Blutsbrüder sind Menschen, die ganz bewusst in einem Ritual Blut austauschen und sich symbolisch verbrüdern. Milchbrüder sind zweckgebunden aufgewachsen und haben die Milch einer Mutter getrunken, weil die leibliche Mutter nicht konnte. Daher hinkt der Vergleich. Das eine ist bewusst, das andere auf Grund einer Situation. Deshalb sind es keine süt kardeşler!

Ein Vergleich in unsere Breitengrade: Türken sind Read the rest of this entry »

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Geschwärzte Oliven

Bei einem typisch türkischen Frühstück dürfen keine Oliven fehlen

Oliven gehören immer zum türkischen Frühstück dazu. Besonders die schwarzen Oliven. Heute morgen habe ich einen Bericht auf Funkhauseuropa gehört und es hat mich doch erschreckt. Es wurden Oliven getestet und es sind geschwärzte Oliven dabei. Das Beste – es ist sogar erlaubt. Unfassbar!! Denn grüne Oliven sind billiger in der Produktion, so dass das Färben günstiger ist. Hier das Zitat:

Getestet wurden 12 schwarze und grüne Olivenprodukte (in Salzlake) aus Supermärkten. Es gab 7 mal befriedigend und 5 mal ausreichend. Am besten schnitten die Produkte von türkischen Anbietern ab. Sieger waren die grünen Oliven aus dem Karadag Supermarkt. Pikant: in zwei Produkten steckten gar keine reifen schwarzen Oliven, sondern mit dem Farbstoff Eisenglukonat gefärbte grüne Oliven (Edelmarke Kattus von Rewe und Oliven von Aldi). Dieses Färben ist allerdings erlaubt, der Farbstoff muss nur angegeben werden.

Zum Nachhören der Beitrag zum Download.

Was denkt ihr? Werdet ihr die geschwärzten noch kaufen?

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Gewinner Berlinale 2010 > Bal (Honig)

Bal

Bal - Semih Kaplanoglu

Herzlichen Glückwunsch an Semih Kaplanoğlu für den Gewinn des Goldenen Bären bei der Berlinale 2010. Wir freuen uns sehr für den türkischen Regisseur. Die Bekanntgabe.

Da wir nicht in Berlin waren, konnten wir den Film bisher nicht sehen. Es ist der dritte Teile einer Trilogie (Yumurta – Süt – Bal > Ei – Milch – Honig). Daher Read the rest of this entry »

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Döner macht schöner! oder… Türkisches Essen in Deutschland

Döner-Kultur in Deutschland, Quelle Flickr

Döner-Kultur in Deutschland

In Deutschland verkauft sich der Döner insgesamt mehr als die große amerikanische Franchising-Kette. Das ist immer wieder erstaunlich zu hören und gilt schon seit über 10 Jahren. Im Ausland wird der Döner Kebap als deutsches Fast-Food bezeichnet wird. Schön nachzulesen im Standardwerk, wenn man sich für Döner-Herkuft interessiert: Aufgespießt. Wie der Döner über die Deutschen kam.

Aber ist das schon alles? Die zweite Frage, die von einem Deutschstämmigen an einen Türkischstämmigen gestellt wird: „wo gibt es den besten Döner in der Stadt?“ sagt aus, welches Ansehen türkisches Essen in Deutschland hat. Es wird im Allgemeinen reduziert auf die Döner-Bude, oder? Vielleicht noch Lahmacun, die ja „türkische Pizza“ genannt – auch ein Unding finde ich. Man sagt auch nicht italienische Nudeln zu Pasta. Auf den Punkt bringt es genussbereit:

Das mag daran liegen, dass die türkische Küche in Deutschland zum Inbegriff der volksnahen Imbiss-Küche geworden ist. Das hat einerseits damit zu tun, dass die türkischen Gastronomen ursprünglich als Arbeiter nach Deutschland gekommen sind und nicht als Köche, andrerseits mit den traditionellen Lokalen in der Türkei, die in ihren Theken einen ziemlich fest definierten Kanon an vorbereiteten Gerichten anbieten – etwas, was dem Pommesbuden-Wesen in Deutschland ziemlich nahe kommt.

Die Welt bezeichnet die Döner-Kultur als Integrationsfördernd. Dabei ist der Blickwinkel einseitig, Zitat:

Der Döner ist Unterschichtenessen und deutsche Alltagsküche zugleich. In fast jeder Stadt der Republik sind Dönerbuden zu finden, hier wird man satt für wenig Geld. Doch nicht erst seit der Krise Read the rest of this entry »

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Umfrage > Çay und Zucker

Çay

Cay

Wir Türken lieben ja Çay – türkischen Tee – zu fast jeder Tageszeit. Ständig brodelt Wasser in einem Semaver um den Teesud warm zu halten. Aber wie ist es? >>>>

Wieviel Stück Zucker nimmst du im Çay (Tee)?? > türkisches Teeglas! | Bir çay bardagına kaç şeker atıyorsun?

  • 2 (40%, 18 Votes)
  • 1 (29%, 13 Votes)
  • keins | hiç (13%, 6 Votes)
  • 3 (13%, 6 Votes)
  • 0,5 (4%, 2 Votes)
  • 4 – şerbet (1%, 0 Votes)

Stimmen insgesamt | Toplam: 45

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Pide ~ türkisches Fladenbrot oder mehr?

Pide ist in der türkischen Küche (Mutfak) so verankert wie die Kartoffel in der deutschen Küche. Dabei sollte man wissen, dass zu jedem Gericht (fast) immer Brot gereicht wird. Es gehört einfach dazu. Der kulturelle Hintergrund ist im Islam zu finden, denn Brot ist heilig, ja sogar heiliger als der Koran. Fällt Brot auf den Boden so ist es fast eine Sünde, die mit 3-maligem „Küssen an die Stirn heben“ wieder aufgehoben wird. Brot macht satt und kann in trockenem Zustand immer noch den Hunger tilgen. Daher sagt man: Oğlan olsun deli olsun, ekmek olsun kuru olsun > Hauptsache Jungen so sollen sie verrückt sein, ist Brot da soll es trocken sein – aber kommen wir zu den Pide-Arten.

Der/die/das Pide (schon wieder das Artikelproblem) ist ein Fladenbrot aus Hefeteig. Im türkischen und arabischem Raum wird es manchmal mit etwas Öl oder Butter im Steinofen gebacken. Runde oder länglich flache Formen, mit oder ohne Rautenmuster sind die klaren Kennzeichen des Pide. Sesam oder Kümmel als Verfeinerung oben drauf sind typische Merkmale. Dabei fällt mir ein, dass meine Eltern von Kümmel und Kartoffel Vereinen im Deutschland der 70er erzählten. Im Internet find ich gar nichts darüber. :-( Kennt ihr das noch? Na ja – ich erinnere mich zu köstlichst daran, wenn meine Mutter mich zum Saray geschickt hat. Die einzige Bäckerei damals (80er), die frisches Brot und Pide gebacken hat. Außen knusprig innen fluffig – den Rand hat man auf dem Nachhauseweg abgerupft und gegessen. Saulecker! Jedes Mal hat meine Mama geschimpft (aber mit einem lächelnden Auge, denn sie macht es auch so!). Read the rest of this entry »

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