Ein paar Eindrücke vom Dreh. Die İçli Köfte waren richtig lecker. Wir haben ca. 50 Stück geschafft und haben sie
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Pide ist in der türkischen Küche (Mutfak) so verankert wie die Kartoffel in der deutschen Küche. Dabei sollte man wissen, dass zu jedem Gericht (fast) immer Brot gereicht wird. Es gehört einfach dazu. Der kulturelle Hintergrund ist im Islam zu finden, denn Brot ist heilig, ja sogar heiliger als der Koran. Fällt Brot auf den Boden so ist es fast eine Sünde, die mit 3-maligem „Küssen an die Stirn heben“ wieder aufgehoben wird. Brot macht satt und kann in trockenem Zustand immer noch den Hunger tilgen. Daher sagt man: Oğlan olsun deli olsun, ekmek olsun kuru olsun > Hauptsache Jungen so sollen sie verrückt sein, ist Brot da soll es trocken sein – aber kommen wir zu den Pide-Arten.
Der/die/das Pide (schon wieder das Artikelproblem) ist ein Fladenbrot aus Hefeteig. Im türkischen und arabischem Raum wird es manchmal mit etwas Öl oder Butter im Steinofen gebacken. Runde oder länglich flache Formen, mit oder ohne Rautenmuster sind die klaren Kennzeichen des Pide. Sesam oder Kümmel als Verfeinerung oben drauf sind typische Merkmale. Dabei fällt mir ein, dass meine Eltern von Kümmel und Kartoffel Vereinen im Deutschland der 70er erzählten. Im Internet find ich gar nichts darüber.
Kennt ihr das noch? Na ja – ich erinnere mich zu köstlichst daran, wenn meine Mutter mich zum Saray geschickt hat. Die einzige Bäckerei damals (80er), die frisches Brot und Pide gebacken hat. Außen knusprig innen fluffig – den Rand hat man auf dem Nachhauseweg abgerupft und gegessen. Saulecker! Jedes Mal hat meine Mama geschimpft (aber mit einem lächelnden Auge, denn sie macht es auch so!). Read the rest of this entry »
Köfte ~ türkische Frikadellen gehören einfach zum Standard in der türkischen Küche. Laut Wikipedia gibt es bis zu 291 Köfte-Rezepte. Wir zeigen ein typisches, wie es Mama zubereitet. Den Kreuzkümmel (kimyon) nicht vergessen, es ist das Geheimnis des Geschmacks.
Den Video-Podcast umsonst liefern lassen. Dazu noch den Audio-Podcast zur Aussprache.
In der letzten Woche hat es uns (Ayşe+Orhan+Mama+Papa) zu einem Kurztripp in die Türkei verschlagen.
Wir wollte ja eigentlich Videos zu türkischen Leckereien drehen, aber es war wirklich ein Kurztripp. Daher haben wir uns auf das Vertilgen der Köstlichkeiten konzentriert. Egal wo wir waren, es musste immer die lokale Spezialität sein!
Ayvalık
Unser erstes Ziel ist ein Hafenstädtchen an der Nordägäis. Zwei Besonderheiten prägt die Stadt, das Olivenöl (Zeytinyağı) und der Ayvalık Tost. In diesem Gebiet ist der Anbau von Oliven traditionell und Ayvalık das Mekka. Es tummelten sich beizeiten bis zu 22 Olivenöl-Fabriken. Dazu machen wir aber mal ein Spezial im September. Der Ayvalık Tost erhält seine Besonderheit durch das lokal angebaute Mehl. In jedem Cafe, jeder Strandbar oder am Straßenrand in fahrbahren Mini-Küchen findet sich der Toast. Will man jedoch das Original genießen, geht man zum Avsar Tost. Direkt am Hafen, schräg gegenüber des Fischmarktes säumen sich 7-10 kleine Büdchen in einer engen Gasse. Früher, vor ca. 15 Jahren, waren es nur ein paar dieser Mini-Wagen, die sich dort aufstellten. Nun ist es eine Institution! Ein typischer Toast besteht in der Grundlage aus Brot und Butter. Zunächst wird dieser nach Belieben mit Kaşar (Hartkise aus Kuhmilch), Sosis (Würstchen) oder Sucuk getoastet. Dabei schmiert man noch Butter auf die obere und untere Seite des Toasts (wenig). Danach kommt nach Wunsch Tomate, Turşu (eingelegt Gürkchen), Mayonnaise und Ketschup. Boah… yamm!
Kuşadası
In der Südostägäis liegt das alteingesessene Städtchen Kuşadası (Vogelinsel). In der Nähe befindet sich Ephesus (für die Kulturhungrigen). Die Gegend wird geprägt vom sogenannten Çöp Åžiş (direkt übesetzt Müll-Spieß). Das sind ganze kleine Lammstückchen an Holzspießen (eher Splitter) gegrillt. Die dreht man in einem Häufchen auf Kreuzkümmel und Salz, drückt es ins Brot und nach Belieben Zwiebel und Tomaten dazu. Ein Glas mit geschäumten Ayran gehört dazu. Der berühmteste Rastplatz ist der Meşhur Yandım Çavuş
Åžirince
Das verschlagene Dörfchen ist ca. 8 km von Kusadası entfernt und liegt im Landesinneren. Dort wird Wein angebaut. Die Häuser sind alle restauriert und die Straßen sind gepflastert mit kleinen Ständen. Einen Rot- und einen Weißwein haben wir mitgenommen, mal sehen wann und wo wir ihn trinken.
Susurluk
Auf dem Weg nach Istanbul sind wir mit der Fähre von Bandirma aus gefahren. Ca. 55 km vorher liegt Susurluk, dort muss man Çiğ Börek. essen. Dementsprechend war auch der Andrang auf dem Parkplatz des Restaurants. Mit dem Wissen, dass die meisten schnell zur Fähre müssen, ist der Service zügig. Çiğ Börek ist gewürztes rohes Hackfleisch, umschlungen von Teig in einem Halbkreis geformt. Das Ganze wird frittiert.
Ach ja… war das lecker…
Tepsi Böreği ~ wieder ein Klassiker in der türkischen Küche. Teigblätter (Yufka) im Backblech mit einer Käsefüllung gebacken. Das Gericht findet man im türkischen Haushalt und in Restaurants. Es ist sehr einfach in der Zubereitung und kann beliebig variiert werden. Wir haben uns für türkischen Feta und geriebenen Käse entschieden. Man kann aber auch Spinat, Hackfleisch, Sucuk, Pastırma oder anderes als Füllung nutzen. Wichtig, nie den Käse vergessen. Den Yufka findet man im Bakkal (Supermarkt), wobei man darauf achten sollte, dass er frisch zubereitet ist. Ist der Teig brüchig, so liegt er schon länger in der Kühltruhe. Das genaue Rezept kommt noch…
Afiyet olsun.
Den Video-Podcast umsonst liefern lassen. Dazu noch den Audio-Podcast zur Aussprache und das Rezept
Kıymalı Pide ~ Rezept
Feb 26
Kıymalı Pide
Gebackener Teig mit Hackfleischfüllung
Rezept ~ Tarif:
Für die Füllung:1 Bund Petersilie
3-4 Zwiebeln
Grüne lange Paprika
ca. 1 kg Rinderhackfleisch
Salz, Pfeffer, Rotes-Paprikagewürz (scharf)
Für den Teig:
1-2 Stücke Würfelzucker
1 Würfel Trockenhefe
ca 125 ml Milch
lauwarmes Wasser
1 kg Mehl
Zum Bestreichen:
Stück Butter
Sonnenblumenöl
Zubereitung:
hmmm, şahane.. kıymalı pide!!
Wir müssen erst die Füllung und den Teig vorbereiten.
Für die Füllung hacken wir die Zwiebeln, die Petersilie und die lange grüne Paprika klein und geben es auf das Hackfleisch (Zimmertemperatur). Mit etwas Salz, Pfeffer und Chilligewürz „Pul Biber“ (oder Cayennepeffer) würzen und alles kräftig durchkneten. Klappt am Besten mit den Händen. Je länger man knetet, desto mehr nimmt das Fleisch den Geschmack der Zutaten an. Doch nicht zu lang kneten, denn dann beginnt das Fleisch durch die Körpertemperater leicht gar zu werden. Was man sich bei Çiğ Köfte (Rohe Frikadellen) zu Nutze macht (dazu in Zukunft mehr). Als Füllung kann man auch Beyaz Peynir oder worauf man gerade Lust hat nehmen. Füllung fertig…!
Für den Teig nehmen wir eine große Schüssel. Hefe, Zucker und Wasser auflösen. Die Milch noch dazugeben und immer umrühren bis sich alles aufgelöst hat. Dann eine Schicht Mehl auf die Oberfläche schütten. Salzen und etwa 10 Min. stehen lassen. Dann sieht man bald Risse in der Mehlschicht, somit ist die Hefe etwas aufgegangen.
Noch Wasser zugeben und umrühren. Nach und nach Mehl zugeben und wieder alles Kneten. Bis der Teig die Weichheit eines Ohrläppchens hat. Am Besten fühlen bevor man die Hände im Mehl hat. Lange kräftig durchkneten und eine halbe Stunde stehen lassen. Am Besten mit einem Tuch abdecken. Wenn der Teig dann gegangen ist, schneiden wir kleine Stücke mit dem Messer ab und formen sie zu kleinen Kugeln. Ungefähr so groß das sie sich in einem Handballen gut kugeln lassen. Alle vorbereiten, damit es beim Ausrollen einfacher ist. Oder ein paar Freunde einladen und helfen lassen ![]()
Für das Bestreichen der Pide etwas Butter und Sonnenblumenöl in der Pfanne schmelzen.
Den Teig rollt man am Bequemsten auf einem großen Tisch aus. Die vorbereiteten Kugeln erst in Mehl wenden und dann mit dem Nudelholz oder Oklava ausrollen. Den Teig so dünn ausrollen wie es geht. Die Hälfte des Teiges mit einem EL Füllung bestreichen und zuklappen. Die Ränder festdrücken und ab in die gefettet Pfanne. Man nimmt besser eine Teflonpfanne mit Deckel, damit es nicht anbrennt. Die Pide ein paar mal wenden und mit einem Pinsel die flüssige Butter aufstreichen. Wenn sie knusprig braun aussehen und şahane riechen, sind sie fertig! Optimal schmeckt es mit einem heißen Glas Çay. Viel Spaß beim Nachbrutzeln. Bei Fragen meldet euch einfach.
Afiyet Olsun
Zum NachKucken hier.

